Hövelhof in Barcelona – einmal Spanien und zurück

Unser Erasmusprojekt ist in der nächsten Runde. Vom 9.12. bis zum 15.12.2018 reisten acht Schülerinnen und Schüler (Leonie Diwo, Nele Regh, Ronja Hudalla, Rebecca Hofzumberge, Simon Leuschner, Pascal Marxcors, Alexander Kurmas und Maurice Hermbusche) mit ihren Lehrerinnen Heike Nientiedt und Anett Simon nach in L’Amèttla del Vallès bei Barcelona. Bei der Hinreise am 9.12.2018 war schon mal Geduld gefragt, nachdem so ziemlich alle Züge und auch der Flug deutliche Verspätungen hatten.

Nachdem bereits im Frühjahr eine Schülergruppe der Franz-Stock-Realschule im Rahmen des Erasmusprojektes die Rask Moelle Skole in Dänemark besucht hat, hieß es nun auf nach Spanien. Inzwischen sind schon weitere Schritte in der Projektarbeit erfolgt, die unter dem Thema „Immigration – there’s no going back“ steht. Diesmal geht es darum, Videoclips zum Thema Flucht und Migration zu erstellen, in – und das ist auch Erasmus – internationalen Gruppen arbeiten isländische, englische, dänische, spanische, bayrische und Hövelhofer Schüler zusammen, machen sich gemeinsam Gedanken zum Thema, entscheiden gemeinsam, was und wie  dargestellt werden soll, natürlich alles auf Englisch. Wie selbstverständlich kommunizieren alle miteinander in dieser Sprache. Dabei bekommen sie durch das Tagesprogramm viele Anregungen. So haben sie am Dienstag den Bunker von La Garrigia besucht und sich mit dem Thema des spanischen Bürgerkriegs von 1936-1939 beschäftigt. In dieser Zeit hatte La Garriga neben seinen 3500 Einwohnern über 7000 Flüchtlinge zu beherbergen.

Nach einem Besuch der Altstadt von Barcelona stand an diesem Tag noch ein Gespräch mit Flüchtlingen auf dem Programm, die erzählten, aus welchen Gründen sie geflüchtet sind. Im Museum für Geschichte der Immigration haben die SuS am Donnerstag weitere Informationen erhalten und so ihr Verständnis für die historischen, gesellschaftlichen und politischen Zusammenhänge von Flucht erweitert.

Neben der inhaltlichen Arbeit geht es auch um das Kennenlernen eines europäischen Staates, in diesem Fall Spanien und insbesondere um die katalonische Kultur. Hierzu haben die Hövelhofer SuS schon viel zu berichten, man lasse sich nur einmal erzählen, was und wann und wie lange in den Gastfamilien zu Abend gegessen wird. Ein zu Bett-Gehen vor Mitternacht ist dabei schwer möglich.

Auch die gemeinsamen Aktivitäten, wie Sport und Spiel, und dabei schwimmen, tanzen, Fußball spielen, gemeinsame Orientierungsläufe stärken das Miteinander und lassen die unterschiedlichsten Nationen zu einer Gemeinschaft zusammenwachsen, in der Unterschiede überwunden werden, weil man plötzlich versteht, warum der andere anders ist. Alles hat irgendwie Gründe.Nach so einer arbeits- und ereignisreichen Woche darf am Schluss natürlich nicht das International food market dinner und die farewell party fehlen. An Ländertischen wurden die jeweiligen Spezialitäten serviert und danach wurde mit viel Freude und Gemeinsamkeit nach  getanzt, auch nach spanischen Rhythmen – hatte man doch erst am Morgen in einem Workshop katalonische Folkloretänze kennengelernt. Fragt man die SuS nach ihren Eindrücken, so sind sie ganz besonders von der Gastfreundschaft der Familien, den späten Mahlzeiten und dem späten Zu-Bett-Gehen beeindruckt. Pascal Marxkors berichtet, dass seine Gastfamilie eigens für ihn das abendliche Dinner auf 21 Uhr vorverlegt habe – normalerweise esse man ja um 22:30 Uhr.

Für die nächsten Wochen sind die Hövelhofer Schülerinnen und Schüler noch mit der Nachbereitung der Projektinhalte beschäftigt. Vom 31.03. – 6.04.2019 ist dann eine nächste Schülergruppe aus Hövelhof zu Besuch in Island. Dann heißt es: Warm anziehen, denn die Temperaturen halten sich um diese Zeit noch bei 0°C auf. Kein Vergleich also mit L`Ametlla bei Barcelona, dort hingen jetzt noch die Orangen- und Zitronenbäume voll mit Früchten.